"Hallo" ihr habt diese Seite gefunden, weil euer Pferd oder Pony an Hufrehe erkrankt ist.

 

Hufrehe als Indiz für eine latente Primärerkrankung

Jeder hat schon einmal von dieser schweren und

heimtückischen Erkrankung gehört.

Ist jedoch nicht das eigene Pferd betroffen

oder wird man das erste Mal mit der Diagnose

"Hufrehe" konfrontiert, sind meist nur die typischen Auslöser

wie Futter-, Belastungs-, Geburts- und Medikamentenrehe bekannt.

Besonders bei der Futterrehe kursieren oftmals veraltete Theorien.

Um aktuelle Forschungsergebnisse und Informationen

bezüglich dieser Erkrankung zu sammeln,

wurde das Internetforum www.Hufreheforum.de

am 19.12.2004 gegründet.  
 
Viele Hufreheerkrankungen werden nicht oder nicht ausschließlich

durch die bekannten Auslöser hervorgerufen.

Vielmehr kann eine Hufrehe auch Symptom und Folgeerscheinung

tiefer liegender Krankheitsbilder sein.

Es handelt sich dabei um Erkrankungen, die durch bestimmte

(Stoffwechsel-) Vorgänge im Körper eine Hufrehe auslösen können,

ohne dass dabei die Fütterung eine Rolle spielt.

Besonders bei unerklärlichen Hufreheschüben oder bei Tieren,

bei denen keine gängige Therapie anschlägt,

sollte man nach grundlegenden Erkrankungen forschen. 

Immer wiederkehrende, scheinbar grundlose Hufreheschübe

lassen Pferdebesitzer oft verzweifeln.

Keine Therapie schlägt an und der gesundheitliche Zustand

des Tieres verschlechtert sich von Tag zu Tag.  
Bestimmte äußerliche Merkmale des Patienten,

die oft zunächst nicht wahrgenommen werden,

weil sie schleichend auftreten,

oder auf andere Ursachen geschoben werden,

können ein Indiz für eine solche Krankheit sein.

 

Röntgenbild

 

 

Equines Metabolisches Syndrom

Besonders leichtfuttrige Rassen die zu Übergewicht neigen,

gleichzeitig Fettdepots an Mähnenkamm, Euter bzw. dem Schlauch,

der Schweifwurzel und den Augen bilden,

häufig saufen und Harn lassen und einen ge­steigerten Appetit zeigen,

können an dem Metaboli­schen Syndrom erkrankt sein.

Diese auch oft als "Wohlstandskrankheit" bezeichnete
Stoffwechselerkrankung äußert sich im weiteren Verlauf häufig durch
Veränderungen an den Hufen -- etwa einem Abflachen der Sohle,

einer Verbreiterung der weißen Linie sowie Ringbildung im Wandhorn 

was zunächst eine schleichende Hufrehe ankündigen und sich später in
wiederkehrenden Hufreheschüben manifestieren kann.

Besteht nun der Verdacht, dass das Pferd an dieser Krankheit leidet,
können verschiedene Tests Klarheit schaffen. Zur Abklärung sollte durch
eine Blutuntersuchung der Insulin-und Glukosewert bestimmt werden.
Pferde, welche am Metabolischem Syndrom erkrankt sind haben auch eine
Prädisposition zur Insulinresistenz. Hierbei wird vom Körper vermehrt
Insulin produziert, da die Stoffwechselvorgänge nicht mehr korrekt
ablaufen.

Den Pferden kann mit einer konsequenten Diät sowie ausreichend

Bewegung (nicht im akuten Hufreheschub!) meist gut geholfen werden

 

Notfall-Diät für betroffene Pferde

Eine kohlenhydratarme Fütterung ist mit unmelassierten Rübenschnitzeln,
einem guten Mineralfutter z.b. Speedy Balancer 

und gewaschenem Heu gut zu erreichen und auch vollkommen ausreichend.

- Heu waschen, d.h. mindestens 1 Stunde im Wasser liegen lassen und
danach das Wasser wegschütten!
- Es werden bis zu 30% Kohlenhydrate ausgewaschen!
- Die Heumenge richtet sich nach dem zu erreichenden Ziel-Gewicht des
Pferdes. Man geht von 1% bis 1,5% des Körpergewichtes aus.

Der Erhaltungsbedarf läge dann bei ca. 2% des Körpergewichtes.

Verbotene Futtermittel sind:
Getreideanteile, Getreide, Äpfel, Karotten, Bananen, Brot, Öle und Gras.

Achtung:
Bitte sämtliche Mineralfutter auf die Inhaltstoffe und die
Zusammensetzung ganz genau überprüfen!!! (Jegliche Zusätze wie Gluko...,
Dextrose..., Zuckerrübensirup/Melasse u.ä. sind zu vermeiden. Es handelt
sich hier, vereinfacht gesagt, um Zuckerarten.)

 

Angel 2003 und 2007

 

Equines Cushing Syndrom

 

Um auszuschließen, dass das Pferd am Equinem Cushing Syndrom leidet,

ist ein Cushing­Test (Dexamethason-Suppressions-Test, ACTH-Bestimmung)
sinnvoll.
Das Equine Cushing Syndrom entsteht durch ein Adenom an der Hirnanhangdrüse,

die die Cortisolproduktion der Nebennierenrinde reguliert.

Der Cortisolgehalt ist durch diesen Defekt insgesamt zu hoch und

beeinflusst zahlreiche Stoffwechselfunktionen.

Cushingpferde haben oft (aber nicht immer!) ein dickes langes
Winterfell, das auch lockig sein kann und im Sommer nicht vollständig
ausfällt. Erkrankte Pferde zeigen häufig vermehrten Durst, magern trotz
reichlichem Futterangebot ab und verlieren Muskeln vor allem im
Rückenbereich. Trotzdem können sich Fettpolster am

Mähnenkamm und am Bauch bilden.

Diese massiven Stoffwechselentgleisungen führen zudem zu
Futterverweigerungen oder schwerwiegenden Kreislaufproblemen,
Durchfällen, schlechter Wundheilung, Lethargie, vor allem grundlosem
abendlichen Schwitzen und kreuzverschlagähnlichen Symptomen,
verschiedenen Lahmheiten, Hufabzessen, Sehnenentzündungen,
Bänderproblemen, Osteoporose und letztendlich schweren Hufreheschüben.

Das Equine Cushing Syndrom ist eine unheilbare
Erkrankung, deren Symptome jedoch durch die Gabe des Medikaments
Pergolid oft abgeschwächt werden oder sogar ganz verschwinden können und
dem Pferd so ein beschwerdefreies Leben er­mög­licht werden kann. Ohne
Behandlung steht einem Cushingpferd ein qualvolles Siechtum bevor.

 

Samira

 

 

Borreliose

 

Borreliose beim Pferd zu erkennen gestaltet sich oftmals als schwierig.
Meist wird diese Krankheit erst im chronischen Stadium erkannt.

Es hält sich hartnäckig die Meinung:
"Borreliose beim Pferd gibt es nicht."

Zusätzlich kommen die verschiedenen Erscheinungsbilder der
Borrelioseinfektion zum Tragen. Auslöser der Lyme-Borreliose sind
Zecken. Als mögliche Symptome können auftreten:

Muskel­verspannungen, wechselnde Lahmheiten,

Haut­ver­änderungen, Augenerkrankungen, Ab­ma­ge­rung,

kolikartige Erscheinungen, Infekt­an­fällig­keit,

Ent­zün­dungsanfälligkeit der Haut, Aller­gie­bereit­schaft,

Headshaking, Ataxien, Huf­rehe, Verhaltens­änderungen

und Organerkran­kungen.

Bei einem Verdacht auf diese Erkrankung kann eine Infektion

mit Borrelia burgdorferi über einen Recom- oder Westernblot

im Blutserum diagnostiziert werden.

Häufige Behandlungsmethoden sind hochdosierte Antibiotika,

z. B. Cobactan 4,5%.

Die Behandlungszeit beträgt mindestens 6 Wochen.

 

Hella

 

Eperythrozonoose

Eperythrozoon sind Blutparasiten bei Säugetieren, die die roten
Blutkörperchen zerstören. Als Folge der Zerstörung kann es unter anderem
zu anä­mischen Ver­änderungen des roten Blutbildes, Müdigkeit,
Trie­big­keit, wechselnden Lahmheiten und Hufrehe kommen.

Da diese Parasiten bisher beim Pferd nicht als relevant angesehen
wurden, gibt es derzeit kaum gesicherte Erkenntnisse zu Auswirkungen und
Therapie.

Im Hufreheforum werden derzeit betroffene Fälle

fortlaufend ausführlich dokumentiert,

die mit unterschiedlichen Ansätzen (antibiotisch oder naturheilkundlich)

therapiert werden

 

Blacky, Tanny und Hazel

 

Mitglieder des Forums deren Pferde an Hufrehe, Borreliose, Equinen Cushing oder am Metabolischen Syndrom erkrankt sind,  

stehen jederzeit zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung und tragen weiterhin die neusten Forschungsergebnisse zusammen.

Viele weitere wichtige Tipps erhalten interessierte Pferdebesitzer auf unserer Seite.

 

Copyright Text & Fotos:

Petra Schrader

www.hufreheforum.de & www.hufrehe.org/info